Tansania

Urwaldgeflüster

Mit einem Rucksack voller Snacks und dickem Pulli machten wir uns vormittags auf den Weg – himmelwärts. Wir, das sind Alwina, Maxi und ich, rasten auf Piki pikis den Fuß des Mount Meru hinauf. In einer Siedlung, aus der man bereits eine wunderschöne Aussicht auf Usa River und die Umgebung hat, trafen wir unsere Weggefährten – die Simone, die aus Deutschland hierhergezogen ist und an einer Universität Theologie unterrichtet (wir kennen sie nun schon fast so lange, wie wir selber auch schon hier sind!) und Jakob, ein Physiotherapeut, der im benachbarten Rehabilitationszentrum arbeitet. Zu fünft sind wir los gestapft, allen voran Simone, denn sie wusste die Pfade zu unserem Ziel: der Nebelwald. Doch bevor wir auch nur in die Nähe dieses mystischen Waldes kamen, mussten wir schon ziemlich früh ein paar steinige Hänge hoch kraxeln. Schon bald konnte man sich umschauen und mehrere hundert Kilometer in die Ferne überblicken. Man sah sogar das Usambara Gebirge, das 6 Stunden Autofahrt von Usa River entfernt ist, wie Alwina und ich in einem viel zu vollem Auto leider schon einmal feststellen mussten.
Diese Aussicht verschwand bald in einem dichten Blätterdach, denn es ging schnell in einen riesigen Wald hinein und je weiter man sich durchforstete, desto mehr Dschungelgefühle kamen auf und immer mehr Nebelschwaden hingen in der Luft.

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Auf Wanderschaft: ich bin natürlich wie immer im Schlepptau

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Je höher man steigt, desto nebliger wird es zwischen dem Geäst

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Weites Land

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WIR WURDEN FAST VON FISCHEN GEGESSEN

Die gemütlichen Sommertage, die ich im März noch genießen durfte, sind mittlerweile sichtlich vorbei. Ende April hat die Sonne der Regenzeit Platz gemacht und ich wäre vor lauter Matsch auf den Straßen öfter beinahe ausgerutscht und hingefallen.
Diesen Monat hatten Alwina und ich zwei mal Besuch: zuerst schaute Chris vorbei, ihn kenne ich aus dem Französischkurs meiner letzten Schuljahre, und direkt nach seinem Abflug hat sich Maxi bei uns einquartiert.
Obwohl es nun viel frischer ist, haben wir einige Tagesausflüge mit unseren Besuchern in Angriff genommen, unter anderem ein Trip zu den berühmten heißen Quellen. Das lohnt sich bei dem Wetter, schließlich sind sie ja heiß, oder?

Nun gut, heiß sind sie nicht direkt. Aber lauwarm kann man durchgehen lassen. Doch bevor man ins blaue Wasser springt, muss man erst einmal dorthin kommen. Und das ist nochmal ein Abenteuer für sich.
Von Usa River aus schnappt man sich den nächsten größeren Bus, der Richtung Kilimanjaro fährt. An der Haltestelle Boma steigt man aus und nimmt ein Gefährtwechsel vor: mit einem Bajaji (sieht einem Tuk Tuk ähnlich) auf drei Rädern düst man 45 Minuten über Stock und Stein und durch jede noch so große Pfütze/ Minisee oder Eselherde. Der Kiste ist mehr zuzutrauen, als das Aussehen vermuten lässt. Nach dieser ruckeligen Fahrt ist es dann endlich geschafft: angekommen bei den Maji Moto (Kiswahili für: Wasser heiß) wird dann nicht an sich gehalten, sondern direkt ins Wasser gesprungen. Das Wasser leuchtet strahlend blau!

Für ein bisschen Tarzanfeeling konnte man sich, an einer Liane festhaltend über das Wasser schwingen.

Sollte man allerdings versuchen, sich hier einmal gemütlich im Wasser treiben zu lassen, wird man schnell merken, dass man sich nicht allein im Gewässer herum tümmelt: überall liegen kleine Fischchen auf der Lauer, die nur darauf warten, dir deine Hornhaut abzuknabbern. Wahrscheinlich hätte ich jetzt die sanftesten Fußsohlen, wenn ich das Geschnappe an meiner Haut nur zugelassen hätte, aber es ging bei bestem Willen nicht!

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Es sind die kleinen Dinge

Der letzte Monat März und nun auch fast April ging so schnell über die Bühne, so schnell konnte ich gar nicht gucken. Hier eine kurze Zusammenfassung von all den kleinen (und großen) Dingen, die die letzten zwei Monate so besonders gemacht haben.

Die deutsche Bäckerei und das Tanz-Hands Café
In unserer Nachbarschaft haust ein gemütliches Café mit dazugehöriger Bäckerei auf dem Grundstück eines deutschen Rehabilitationszentrums. Und diese Bäckerei backt DEUTSCHES Gebäck! Es gibt alles was das Herz begehrt (Brezel, Apfeltaschen, Muffins – leider keine Franzbrötchen…), die Auswahl ändert sich alle paar Tage, deshalb findet man alles immer mal wieder und manchmal auch ganz neue Brote und Süßes. Man kann seine Schlemmereien dann auch ins Café mitnehmen, sich gemütlich an einen Tisch oder die heißbegehrte Liege setzen. Alwina und ich kommen oft her, um an einem Tisch zu schreiben, weil wir in unserem Haus leider keinen Tisch haben. Wenn man ins eigentliche Café geht kann man neben vielen Getränken wie Eiskaffee oder Milchshake auch Sandwiches in verschiedensten Variationen bestellen. Für gemütliches Arbeiten mit Leckereien nutzen wir also echt gerne diese ruhige Oase.

Edda
Seit einigen Monaten wohnen bei unserer Gastfamilie nebenan nicht nur unsere Gasteltern mit Joy und Glory, sondern auch Edda, die kleine Schwester von Gastmama Pendo, die im letzten Jahr ihren Abschluss an der Voice gemacht hat und seitdem auch mit drüben wohnt. Sie ist den ganzen Tag wild am Imhausumherwirbeln, macht die Kinder für die Schule fertig und wäscht, kocht und putzt für die ganze Mannschaft, während Pendo und Daniel von morgens bis abends und von Meeting zu Meeting unterwegs sind. Puh, ganz schön geschäftige Familie.
Mit ihrer lustigen Art bringt sie Alwina und mich oft zum Schmunzeln und merkt oft nicht mal, dass sie etwas Lustiges gesagt hat. Weil sie vor ein paar Tagen Geburtstag hatte, haben wir dem zu Ehren einen kleinen Ausflug in dieses Paradies gemacht.

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Kiswahili Unterricht
Seit gut einem Monat haben wir zweimal die Woche Kiswahili Unterricht. Alwina hat für uns beide einen richtig tollen Kiswahili Lehrer geklärt, der oft genug fragende weiße Gesichter unterrichtet und deshalb weiß, wie er uns sein Wissen am besten anschaulich und mit vielen Beispielen vermitteln kann. Unsere Sprachbarriere ist seitdem nicht mehr so groß und wir sind natürlich super motiviert und überzeugt, dass wir noch richtig viel aus dieser Sprache und aus uns herausholen können.

Schwimmen lernen mit Joy und Glory
Wir kommen nicht nur für Geburtstagsfeiern zur Lodge. An einem Nachmittag haben wir uns Joy und Glory geschnappt um mit ihnen schwimmen zu gehen. Was wir nicht wussten: Joy und Glory können gar nicht schwimmen. Nicht schlimm, sagten wir uns, dann lernen wir das jetzt. Mit einem festen Griff um unseren Hals (sie haben uns nur fast erwürgt) klammerten sich Joy und Glory im kalten Wasser an uns und haben sich Stück für Stück mehr getraut, die Arme auszubreiten und mit Hilfestellung Brustschwimmen zu versuchen.
Weil die zwei Mädels im kalten Wasser aber bald anfingen zu bibbern, gaben wir uns damit zufrieden am Beckenrand zu sitzen und auf den Liegen zu entspannen.
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Pfadigottesdienst
Der letzte Gottesdienst an der Voice vor den Osterferien wurde von den Pfadfindern veranstaltet und Alwina und ich sind unerklärlicherweise mit in die Planung reingerutscht. Unsere Gastmutter Pendo hat es sich zu einem Herzensprojekt gemacht, Kinder aus der Nachbarschaft in den Gottesdienst und damit auch näher zu den Siebenten-Tags-Adventisten und zum Glauben zu führen. Mehr Berichte und Bilder dazu auf Alwinas Blog!
Zum Pfadigottesdienst wurde viel marschiert, gesungen und eine Predigt von zwei Schülerinnen gehalten, die aufforderte, mehr wie die Kinder zu sein und Jesus nachzufolgen.

Ab jetzt brechen die letzten drei Monate unseres Freiwilligendienstes an und es ist ein bisschen verrückt, wie die Zeit (entgegen meiner Erwartungen) im Laufe des Jahres immer schneller vorbei fliegt. Auf geht’s in die letzte Zeit des Getümmels!

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Von ruhigen Sommertagen und Global Youth Day

Arusha ist die nächste große Stadt und obwohl es ziemlich viele Touristenspots (zum Beispiel einen Massaimarkt) zu sehen geben soll, haben Alwina und ich es entweder nicht gewusst, dass es existiert oder es bisher nicht geschafft, diese Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Allerdings wissen wir wenigstens das: WO MAN GUT ESSEN KANN!

Letzte Woche haben wir uns an einem Nachmittag auf dem Weg nach Arusha gemacht, was ca. 45 Minuten mit dem Dala-Dala (Kleinbus) dauert, abhängig vom Verkehr natürlich länger oder kürzer, und das einfach nur um Essen zu gehen. Gelandet sind wir im Arusha Hotel. Dort kann man im Innenhof zwischen Palmen sitzen, das städtische Gewusel auf den Straßen vergessen und das Essen genießen.

Normalerweise nutzen wir einen Besuch in Arusha immer um Stoffe einzukaufen. Momentan müssen wir unsere kleine Sucht aber kurz auf Eis legen, Ich jedenfalls. Ich komme gar nicht mehr hinterher, die Stoffe zum Schneider zu bringen.

Letzten Freitag haben wir abends zum Sabbatanfang die Predigt von Gilbert Cangy vom letzten E1NS Jugendkongress 2016 auf YouTube geschaut. Er hatte dabei den Global Youth Day erwähnt und nachdem ich schnell meinen Instagram-Feed abgecheckt habe, habe ich auch die Aufforderung der Hansa Adventjugend bewusst wahrgenommen: einen Tag später stand nämlich der Global Youth Day 2017 an!

Alwina und ich gingen zu Ehren dieses Tages ins Babyheim „Cradle of Love“ um dort die Babys zu füttern, mit ihnen zu spielen, sie zu waschen und in Strampler zu stecken und ins Bettchen zu legen.

Nach und nach, je mehr Leute (Weiße) man hier kennenlernt, bekommt man immer mehr Tipps zugesteckt, wo man schöne, günstige Ausflüge machen kann. Jeder Einheimische empfiehlt einem natürlich die ganz großen Attraktionen – Safari durch den Serengeti Park oder den Ngorongoro Krater, den mächtigen Kilimanjaro bezwingen und Entspannung am Meer auf Sansibar. Und für diese berühmten Urlaubserfahrungen nimmt die Tourismusbranche eine schöne Schippe Geld ein.

Keiner erzählt von den vielen Lodges in unserer Gegend, die man in weniger als zehn Minuten mit dem Bus erreichen kann. Das ersetzt natürlich keine Safari und auch nicht den Ausblick vom größten Berg Afrikas. Aber man kann für so wenig Geld trotzdem eine tolle Zeit haben! Heute waren wir im Rivertrees um in Ruhe zu essen, zu lesen und die Atmosphäre zu genießen.

Alwina und ich beneiden sehr oft unsere Mitfreiwilligen, die Jungs drüben in den bolivianischen Projekten. Während Alwina und ich hier allein in Tansania sind (im Grunde können wir uns gar nicht beschweren, schließlich gibt es in diesem ADRA live! Jahrgang nur zwei Länder, wo mehr als zwei Freiwillige stationiert sind), sind die Bolivianer zu sechst und leben sogar gar nicht so weit weg voneinander. Versteht mich nicht falsch, es ist echt super cool, dass sie sich so oft sehen können! Alwina und ich hätten das nur auch gerne. Damit unsere nachfolgenden Freiwilligen nicht in diese Misere geschickt werden, suchten wir nach Projekten in unserer Nähe mit Freiwilligenpotenzial und fanden 100 Meter weiter von unserem zu Hause ein Rehabilitationscenter für Menschen mit Behinderung, gegründet von Deutschen, wir haben also auch ein paar Deutschsprachige in unserer Nachbarschaft. Als wir nach einem Freiwilligenprogramm fragten, wurden wir direkt zu dem Freiwilligen geschickt, der dort bereits seit August im Projekt lebt (wir haben es selber nicht geglaubt: seit einem halben Jahr wohnen wir keine fünf Minuten von einem deutschen Jugendlichen entfernt und wussten es nicht!) und haben prompt von einem deutschen Gottesdienst spitz gekriegt, der jedes Mal von vielen deutschen Freiwilligen besucht wird. Nachdem wir uns ziemlich frech einfach selber eingeladen haben und dennoch super lieb aufgenommen wurden, sind wir am darauffolgenden Sonntag gemeinsam mit Freiwilligen aus unserer Nähe eineinhalb Stunden nach Moshi gefahren und haben die anderen Freiwilligen kennengelernt. Ein paar Mädels kannten wir sogar schon vom Sansibarurlaub, von Gesprächen abends beim Zähneputzen. Total cool, dass man sich so wieder sieht!

Nach einem gemütlichen Lunch ging es mit der ganzen Truppe zum deutschen Gottesdienst. Auch wenn Alwina und ich die Lieder und das Glaubensbekenntnis nicht kannten, war es eine mega coole Erfahrung und echt ein Stück Heimat, mal wieder mit einem Haufen Deutscher in einer Kirche zu sitzen und sich eine Predigt auf Deutsch anzuhören.

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FROHES NEUES JAHR

Drei Monate lang war ein verschollen geglaubtes Paket aus Deutschland zu mir unterwegs. Letzte Woche konnte ich meinen Eltern und meiner Freundin Sarah endlich sagen: Wow, Leute! Euer Paket ist wirklich endlich da!

Es hat sich angefühlt, wie Geschenke an Weihnachten auspacken – das lag vielleicht auch ein bisschen an dem weihnachtlichen Geschenkpapier, den Weihnachtskarten und der beachtlichen Menge Weihnachtsschokolade.

Es waren super coole Sachen dabei, unter anderem Kleider für Joy und Glory, zwei schnulzige Liebesfilme passend zur Schokolade und sogar ein Arbeitsbuch für meinen Deutschunterricht an der Voice.

Da das Motto des Pakets, wie man unschwer erkennen kann, sehr weihnachtlich ist, waren auch ein paar Kleinigkeiten für Silvester dabei: Luftschlangen und Bleigießen! Also haben wir uns kurzerhand Joy und Glory geschnappt und Silvester nachgefeiert. Guten Rutsch euch allen 🎈🎆

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Mein Projekt

Was bisher geschah…

Im Blogger-Raum-Zeit-Kontinuum ist es Ewigkeiten her, als ich meinen letzten Blogpost rausgeschickt habe. In Wirklichkeit (denn seien wir mal ehrlich, ich bin kein Blogger, ich versuche es bloß) kommt es mir vor, als hätte ich erst letzte Woche, okay sagen wir vor zwei Wochen etwas gepostet. Dennoch ist ein ganzer Monat vergangen und ich versuche mein Bestes alles Geschehene niederzuschreiben.

Der Februar im Schnelldurchlauf
Die erste Hälfte des Monats hatte Daniel, unser Gastvater und Direktor der Voice, uns immer noch verboten auch nur den kleinen Zeh auf das Schulgelände zu setzen. Unsere Work Permit war endlich raus (ENDLICH! Es hat uns wirklich viel Zeit, Nerven und Schlaf gekostet! Kurze Erklärung: wir waren kurz davor, zurück nach Hause geschickt zu werden und haben es ganz knapp noch geschafft, das Blatt zu wenden. Danke an Daniel und Joseph, die wirklich eine tolle Arbeit geleistet haben und für uns durch viel Ärger und Mühe gegangen sind). Wir waren jetzt zwar sicher und legal im Land, aber trotzdem fehlte immer noch etwas, bevor wir sicher in die Schule zurück durften.

Die Zeit, die wir jetzt übrig hatten, nutzten wir in vollen Zügen. Alwina war viel in einem Babyheim ganz in der Nähe und hat dort ausgeholfen, Familien im Massailand kennengelernt und sogar einmal eine Nachtschicht übernommen! Ich habe oft das Danish Center besucht, ein Gelände wo man quasi nur Weiße antrifft, mit Seminarräumen, kleinen Ferienhäusern und einem eigenen Sportstudio. Hier habe ich mich an die verschiedenen Gerätschaften herangetraut und schnell viele Leute aus überall her kennengelernt, die alle für kürzere oder längere Zeit hier in Tansania leben und echt coole Arbeit, im Kinderheim, Krankenhaus oder an einer Uni, machen.

Für zwei Wochen im Februar haben wir ein kleines schwangeres Kätzchen beherbergt. Wir haben uns echt über unser kleines Haustier gefreut und bereiteten uns auch schon auf den kommenden Nachwuchs vor, aber bald mussten Pendo und Daniel uns zu verstehen geben, dass wir die Katze hier nicht halten dürfen. Schade, Joy und Glory hatten gerade erst gelernt, dass sie gar keine Angst vor der Katze haben brauchen.

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Die kleine Simba mit ihrem dicken Bauch: wir haben ihr sogar ein kuscheliges Nest improvisiert.

Und natürlich hatten wir genug gemütliche Zeiten mit Joy und Glory. Kakaoschlürfend wird gemalt, es werden Filme geguckt oder eine Tanzparty veranstaltet.

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Auch Joy und Glory lieben den Snapchatfilter – und sind noch süßer als sowieso schon!

Zurück zur Schule
Und dann waren wir auch schon wieder zurück in der Schule. Ich hätte nie gedacht, dass es mir wirklich so sehr fehlt, aber nun geht es endlich zurück in die Klassenräume, sogar mit einer kleinen Beförderung: Alwina und ich haben jetzt jeweils zwei Fächer, die wir unterrichten. Drei mal die Woche steht meine Deutschstunde auf dem Stundenplan und einmal die Woche findet der Französisch Club im Nachmittagsprogramm statt. Bei Alwina ist es drei mal Kunst und ein Creative Club, eine Mischung aus Theater, Tanz und Literatur. Ich bin super gespannt, was am Ende bei dem Kurs alles heraus kommt!

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Zurück im Französisch Kurs: jetzt steht erstmal Wiederholung an.

 

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Ein Mädelsplausch nach dem Gottesdienst in der Schule. Es tut gut alle wieder zu sehen!

Ganz gespannt war ich auf die ersten Deutschstunden! Natürlich werden die Schüler erstmal lernen, wie man sich begrüßt und sich vorstellt. Aber die allererste Stunde wollte ich ein bisschen spannender gestalten: die australische Band Hillsong macht super coole christliche Lieder, die ich für mein Leben gerne höre. Hillsong Germany nimmt viele dieser Lieder, übersetzt diese und nimmt sie auf und ich persönlich finde die Lieder oft einen Hauch besser als das Original. Für die erste Stunde spielte ich den Schülern das gleiche Lied – zuerst auf englisch, danach auf deutsch – vor und schon konnten sie anhand der Songtexte, die ich ausgeteilt habe, einige Vokabeln übersetzen. Falls ihr einen kleinen Eindruck für diese Stunde hören möchtet, verlinke ich hier die YouTube Videos zu den Liedern, einmal auf englisch und auf deutsch:

HILLSONG WORSHIP/ LOVE ON THE LINE

HILLSONG WORSHIP/ LIEBE DIE ALLES RISKIERT

Damit ist der Februar kompakt zusammengefasst und ich kann mich unbesorgt in den bereits achten Monat in Tansania stürzen.

Noch mehr aus dem Februar mit Geschichten und Spendenaktion rund ums Babyheim auf Alwinas Blog!

 

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Mein Marmeladenglas: schon halb voll!

Unter meinen Freundinnen benutzen wir oft das Wort „Marmeladenglasmoment“. Wenn ein Erlebnis besonders schön war, packten wir es in unser imaginäres Marmeladenglas, wie bei den „wilden Hühnern“, damit es uns für immer bleibt. Das Marmeladenglas ist der Ort in meinem Kopf, indem ich alle schönen Momente sammle.

Mein Tansania-Marmeladenglas ist zur Hälfte voll – denn die Hälfte der Zeit ist schon vorbei. Zwick mich mal, das ging ja schnell!

Zu jedem der vergangenen sechs Monate habe ich meine Galerie durchwühlt und mir ein Bild ausgesucht, dass ich besonders gerne mag, weil eine schöne, kleine Geschichte dahintersteckt.

August

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Das ist Alwina, unterwegs mit Joy (im pinken T-Shirt und lila Hose) und Glory (im blauen T-Shirt und pinker Hose – ich weiß, was du denkst: es sind aber keine Zwillinge) und ich mal wieder im Schlepptau, auf dem Weg zur Schule. Diese Mädchen haben gleich den Sprung in unsere Herzen geschafft und wir haben keine Gelegenheit ausgespart, etwas mit ihnen zu unternehmen. Ich kann mich genau daran erinnern, dass Glory nur bei Alwina an der Hand war und Joy nur bei mir sein wollte. Und ich weiß auch noch, dass Glorys Hose nicht ganz gepasst haben muss, denn ständig musste sie die Hose am Hintern richten.

September

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Dieses Bild zeigt nicht wirklich viel. Es ist dunkel, denn wir haben mal wieder Stromausfall. Zum Kochen werden einfach die Kerzen angezündet und die Musik noch lauter aufgedreht. Zu fünft, Alwina, Joy, Glory, Masu und ich, haben wir im Dunkeln eine kleine Tanzparty geschmissen.

Oktober

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AAAAAH  ein Bild voll mit Essen! Im Oktober waren wir bei Helen und Ogilo eingeladen und die haben für uns Gäste richtig reich aufgetischt. Ich  erinnere mich so gerne an diesen Tag zurück, weil dieser für mich in vielerlei Hinsicht total emotional war. Die Gemeinschaft hat Spaß gemacht, die Gespräche begleiten mich bis heute und die Menschen sind herzenslieb zu uns.
PS: ganz unten rechts sieht man den Nachtisch, es ist typisch philippinisch und mein liebstes!

November

Eines von vielen Videos, die wir auf der Fahrt von Lushoto nach Hause gemacht haben. Wir waren hin und weg von dem Gebirge um uns herum, dass es uns egal war, dass wir auf teilweise ruckeligen Straßen auf ungemütlichen Gegenständen gesessen haben. Ich hoffe sehr, das war nicht unsere letzte Fahrt!

Dezember

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Nach beinahe fünf Monaten haben wir uns endlich herangetraut. Ziemlich spontan sind wir beide zum Salon gegangen, zuerst ich und am nächsten Tag auch Alwina. Bei mir ging alles ganz schnell, mir wurden alle meine Haare an den Kopf geflochten und die schwarzen Locken daran festgemacht – auf dem Foto sieht man also NUR die falschen Haare! Bei Alwina war es etwas komplizierter: sie saß 9 Stunden (!) im Salon und musste sich an den Haaren ziehen lassen.
Die ganze Erfahrung war ja ganz lustig, aber nach einer Woche hat es mir auch schon gereicht. Ständig bin ich mit dem Kopf irgendwo hängen geblieben, weil ich auf einmal größer war.

Januar

Der letzte Monat war etwas anders als die Monate davor. Geduldig mussten wir auf unsere Work Permit warten und durften deshalb nicht in die Schule gehen. Das bedeutet, wir haben mehr Zeit mit unseren Lieblingsrabauken. Auch wenn wir manchmal ordentlich mit ihnen schimpfen müssen, haben wir jede Menge Spaß mit Joy und Glory. Gemeinsam haben wir angefangen ein Monopoly Spielbrett zu basteln (das hoffentlich auch bald fertig wird) und schauen die Kinderserie „Heidi“, weil ich diese so sehr liebe und Joy inzwischen auch! Bei Disneyliedern sitzen sie bei uns im Wohnzimmer und malen oder veranstalten eine Fashionshow. Es wird nie langweilig, versprochen!

Denn ich bin ganz gewiss

Mein Gott hat es im Griff

Bei jedem kleinen Schritt bist du mir nah

Ich werde nie allein

in der Fremde sein

Die Kraft in deiner Nähe füllt mein Herz

Trust – Hillsong Young and Free

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