Tansania

Von ruhigen Sommertagen und Global Youth Day

Arusha ist die nächste große Stadt und obwohl es ziemlich viele Touristenspots (zum Beispiel einen Massaimarkt) zu sehen geben soll, haben Alwina und ich es entweder nicht gewusst, dass es existiert oder es bisher nicht geschafft, diese Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Allerdings wissen wir wenigstens das: WO MAN GUT ESSEN KANN!

Letzte Woche haben wir uns an einem Nachmittag auf dem Weg nach Arusha gemacht, was ca. 45 Minuten mit dem Dala-Dala (Kleinbus) dauert, abhängig vom Verkehr natürlich länger oder kürzer, und das einfach nur um Essen zu gehen. Gelandet sind wir im Arusha Hotel. Dort kann man im Innenhof zwischen Palmen sitzen, das städtische Gewusel auf den Straßen vergessen und das Essen genießen.

Normalerweise nutzen wir einen Besuch in Arusha immer um Stoffe einzukaufen. Momentan müssen wir unsere kleine Sucht aber kurz auf Eis legen, Ich jedenfalls. Ich komme gar nicht mehr hinterher, die Stoffe zum Schneider zu bringen.

Letzten Freitag haben wir abends zum Sabbatanfang die Predigt von Gilbert Cangy vom letzten E1NS Jugendkongress 2016 auf YouTube geschaut. Er hatte dabei den Global Youth Day erwähnt und nachdem ich schnell meinen Instagram-Feed abgecheckt habe, habe ich auch die Aufforderung der Hansa Adventjugend bewusst wahrgenommen: einen Tag später stand nämlich der Global Youth Day 2017 an!

Alwina und ich gingen zu Ehren dieses Tages ins Babyheim „Cradle of Love“ um dort die Babys zu füttern, mit ihnen zu spielen, sie zu waschen und in Strampler zu stecken und ins Bettchen zu legen.

Nach und nach, je mehr Leute (Weiße) man hier kennenlernt, bekommt man immer mehr Tipps zugesteckt, wo man schöne, günstige Ausflüge machen kann. Jeder Einheimische empfiehlt einem natürlich die ganz großen Attraktionen – Safari durch den Serengeti Park oder den Ngorongoro Krater, den mächtigen Kilimanjaro bezwingen und Entspannung am Meer auf Sansibar. Und für diese berühmten Urlaubserfahrungen nimmt die Tourismusbranche eine schöne Schippe Geld ein.

Keiner erzählt von den vielen Lodges in unserer Gegend, die man in weniger als zehn Minuten mit dem Bus erreichen kann. Das ersetzt natürlich keine Safari und auch nicht den Ausblick vom größten Berg Afrikas. Aber man kann für so wenig Geld trotzdem eine tolle Zeit haben! Heute waren wir im Rivertrees um in Ruhe zu essen, zu lesen und die Atmosphäre zu genießen.

Alwina und ich beneiden sehr oft unsere Mitfreiwilligen, die Jungs drüben in den bolivianischen Projekten. Während Alwina und ich hier allein in Tansania sind (im Grunde können wir uns gar nicht beschweren, schließlich gibt es in diesem ADRA live! Jahrgang nur zwei Länder, wo mehr als zwei Freiwillige stationiert sind), sind die Bolivianer zu sechst und leben sogar gar nicht so weit weg voneinander. Versteht mich nicht falsch, es ist echt super cool, dass sie sich so oft sehen können! Alwina und ich hätten das nur auch gerne. Damit unsere nachfolgenden Freiwilligen nicht in diese Misere geschickt werden, suchten wir nach Projekten in unserer Nähe mit Freiwilligenpotenzial und fanden 100 Meter weiter von unserem zu Hause ein Rehabilitationscenter für Menschen mit Behinderung, gegründet von Deutschen, wir haben also auch ein paar Deutschsprachige in unserer Nachbarschaft. Als wir nach einem Freiwilligenprogramm fragten, wurden wir direkt zu dem Freiwilligen geschickt, der dort bereits seit August im Projekt lebt (wir haben es selber nicht geglaubt: seit einem halben Jahr wohnen wir keine fünf Minuten von einem deutschen Jugendlichen entfernt und wussten es nicht!) und haben prompt von einem deutschen Gottesdienst spitz gekriegt, der jedes Mal von vielen deutschen Freiwilligen besucht wird. Nachdem wir uns ziemlich frech einfach selber eingeladen haben und dennoch super lieb aufgenommen wurden, sind wir am darauffolgenden Sonntag gemeinsam mit Freiwilligen aus unserer Nähe eineinhalb Stunden nach Moshi gefahren und haben die anderen Freiwilligen kennengelernt. Ein paar Mädels kannten wir sogar schon vom Sansibarurlaub, von Gesprächen abends beim Zähneputzen. Total cool, dass man sich so wieder sieht!

Nach einem gemütlichen Lunch ging es mit der ganzen Truppe zum deutschen Gottesdienst. Auch wenn Alwina und ich die Lieder und das Glaubensbekenntnis nicht kannten, war es eine mega coole Erfahrung und echt ein Stück Heimat, mal wieder mit einem Haufen Deutscher in einer Kirche zu sitzen und sich eine Predigt auf Deutsch anzuhören.

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Tansania

FROHES NEUES JAHR

Drei Monate lang war ein verschollen geglaubtes Paket aus Deutschland zu mir unterwegs. Letzte Woche konnte ich meinen Eltern und meiner Freundin Sarah endlich sagen: Wow, Leute! Euer Paket ist wirklich endlich da!

Es hat sich angefühlt, wie Geschenke an Weihnachten auspacken – das lag vielleicht auch ein bisschen an dem weihnachtlichen Geschenkpapier, den Weihnachtskarten und der beachtlichen Menge Weihnachtsschokolade.

Es waren super coole Sachen dabei, unter anderem Kleider für Joy und Glory, zwei schnulzige Liebesfilme passend zur Schokolade und sogar ein Arbeitsbuch für meinen Deutschunterricht an der Voice.

Da das Motto des Pakets, wie man unschwer erkennen kann, sehr weihnachtlich ist, waren auch ein paar Kleinigkeiten für Silvester dabei: Luftschlangen und Bleigießen! Also haben wir uns kurzerhand Joy und Glory geschnappt und Silvester nachgefeiert. Guten Rutsch euch allen 🎈🎆

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Mein Projekt

Was bisher geschah…

Im Blogger-Raum-Zeit-Kontinuum ist es Ewigkeiten her, als ich meinen letzten Blogpost rausgeschickt habe. In Wirklichkeit (denn seien wir mal ehrlich, ich bin kein Blogger, ich versuche es bloß) kommt es mir vor, als hätte ich erst letzte Woche, okay sagen wir vor zwei Wochen etwas gepostet. Dennoch ist ein ganzer Monat vergangen und ich versuche mein Bestes alles Geschehene niederzuschreiben.

Der Februar im Schnelldurchlauf
Die erste Hälfte des Monats hatte Daniel, unser Gastvater und Direktor der Voice, uns immer noch verboten auch nur den kleinen Zeh auf das Schulgelände zu setzen. Unsere Work Permit war endlich raus (ENDLICH! Es hat uns wirklich viel Zeit, Nerven und Schlaf gekostet! Kurze Erklärung: wir waren kurz davor, zurück nach Hause geschickt zu werden und haben es ganz knapp noch geschafft, das Blatt zu wenden. Danke an Daniel und Joseph, die wirklich eine tolle Arbeit geleistet haben und für uns durch viel Ärger und Mühe gegangen sind). Wir waren jetzt zwar sicher und legal im Land, aber trotzdem fehlte immer noch etwas, bevor wir sicher in die Schule zurück durften.

Die Zeit, die wir jetzt übrig hatten, nutzten wir in vollen Zügen. Alwina war viel in einem Babyheim ganz in der Nähe und hat dort ausgeholfen, Familien im Massailand kennengelernt und sogar einmal eine Nachtschicht übernommen! Ich habe oft das Danish Center besucht, ein Gelände wo man quasi nur Weiße antrifft, mit Seminarräumen, kleinen Ferienhäusern und einem eigenen Sportstudio. Hier habe ich mich an die verschiedenen Gerätschaften herangetraut und schnell viele Leute aus überall her kennengelernt, die alle für kürzere oder längere Zeit hier in Tansania leben und echt coole Arbeit, im Kinderheim, Krankenhaus oder an einer Uni, machen.

Für zwei Wochen im Februar haben wir ein kleines schwangeres Kätzchen beherbergt. Wir haben uns echt über unser kleines Haustier gefreut und bereiteten uns auch schon auf den kommenden Nachwuchs vor, aber bald mussten Pendo und Daniel uns zu verstehen geben, dass wir die Katze hier nicht halten dürfen. Schade, Joy und Glory hatten gerade erst gelernt, dass sie gar keine Angst vor der Katze haben brauchen.

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Die kleine Simba mit ihrem dicken Bauch: wir haben ihr sogar ein kuscheliges Nest improvisiert.

Und natürlich hatten wir genug gemütliche Zeiten mit Joy und Glory. Kakaoschlürfend wird gemalt, es werden Filme geguckt oder eine Tanzparty veranstaltet.

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Auch Joy und Glory lieben den Snapchatfilter – und sind noch süßer als sowieso schon!

Zurück zur Schule
Und dann waren wir auch schon wieder zurück in der Schule. Ich hätte nie gedacht, dass es mir wirklich so sehr fehlt, aber nun geht es endlich zurück in die Klassenräume, sogar mit einer kleinen Beförderung: Alwina und ich haben jetzt jeweils zwei Fächer, die wir unterrichten. Drei mal die Woche steht meine Deutschstunde auf dem Stundenplan und einmal die Woche findet der Französisch Club im Nachmittagsprogramm statt. Bei Alwina ist es drei mal Kunst und ein Creative Club, eine Mischung aus Theater, Tanz und Literatur. Ich bin super gespannt, was am Ende bei dem Kurs alles heraus kommt!

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Zurück im Französisch Kurs: jetzt steht erstmal Wiederholung an.

 

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Ein Mädelsplausch nach dem Gottesdienst in der Schule. Es tut gut alle wieder zu sehen!

Ganz gespannt war ich auf die ersten Deutschstunden! Natürlich werden die Schüler erstmal lernen, wie man sich begrüßt und sich vorstellt. Aber die allererste Stunde wollte ich ein bisschen spannender gestalten: die australische Band Hillsong macht super coole christliche Lieder, die ich für mein Leben gerne höre. Hillsong Germany nimmt viele dieser Lieder, übersetzt diese und nimmt sie auf und ich persönlich finde die Lieder oft einen Hauch besser als das Original. Für die erste Stunde spielte ich den Schülern das gleiche Lied – zuerst auf englisch, danach auf deutsch – vor und schon konnten sie anhand der Songtexte, die ich ausgeteilt habe, einige Vokabeln übersetzen. Falls ihr einen kleinen Eindruck für diese Stunde hören möchtet, verlinke ich hier die YouTube Videos zu den Liedern, einmal auf englisch und auf deutsch:

HILLSONG WORSHIP/ LOVE ON THE LINE

HILLSONG WORSHIP/ LIEBE DIE ALLES RISKIERT

Damit ist der Februar kompakt zusammengefasst und ich kann mich unbesorgt in den bereits achten Monat in Tansania stürzen.

Noch mehr aus dem Februar mit Geschichten und Spendenaktion rund ums Babyheim auf Alwinas Blog!

 

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Mein Marmeladenglas: schon halb voll!

Unter meinen Freundinnen benutzen wir oft das Wort „Marmeladenglasmoment“. Wenn ein Erlebnis besonders schön war, packten wir es in unser imaginäres Marmeladenglas, wie bei den „wilden Hühnern“, damit es uns für immer bleibt. Das Marmeladenglas ist der Ort in meinem Kopf, indem ich alle schönen Momente sammle.

Mein Tansania-Marmeladenglas ist zur Hälfte voll – denn die Hälfte der Zeit ist schon vorbei. Zwick mich mal, das ging ja schnell!

Zu jedem der vergangenen sechs Monate habe ich meine Galerie durchwühlt und mir ein Bild ausgesucht, dass ich besonders gerne mag, weil eine schöne, kleine Geschichte dahintersteckt.

August

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Das ist Alwina, unterwegs mit Joy (im pinken T-Shirt und lila Hose) und Glory (im blauen T-Shirt und pinker Hose – ich weiß, was du denkst: es sind aber keine Zwillinge) und ich mal wieder im Schlepptau, auf dem Weg zur Schule. Diese Mädchen haben gleich den Sprung in unsere Herzen geschafft und wir haben keine Gelegenheit ausgespart, etwas mit ihnen zu unternehmen. Ich kann mich genau daran erinnern, dass Glory nur bei Alwina an der Hand war und Joy nur bei mir sein wollte. Und ich weiß auch noch, dass Glorys Hose nicht ganz gepasst haben muss, denn ständig musste sie die Hose am Hintern richten.

September

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Dieses Bild zeigt nicht wirklich viel. Es ist dunkel, denn wir haben mal wieder Stromausfall. Zum Kochen werden einfach die Kerzen angezündet und die Musik noch lauter aufgedreht. Zu fünft, Alwina, Joy, Glory, Masu und ich, haben wir im Dunkeln eine kleine Tanzparty geschmissen.

Oktober

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AAAAAH  ein Bild voll mit Essen! Im Oktober waren wir bei Helen und Ogilo eingeladen und die haben für uns Gäste richtig reich aufgetischt. Ich  erinnere mich so gerne an diesen Tag zurück, weil dieser für mich in vielerlei Hinsicht total emotional war. Die Gemeinschaft hat Spaß gemacht, die Gespräche begleiten mich bis heute und die Menschen sind herzenslieb zu uns.
PS: ganz unten rechts sieht man den Nachtisch, es ist typisch philippinisch und mein liebstes!

November

Eines von vielen Videos, die wir auf der Fahrt von Lushoto nach Hause gemacht haben. Wir waren hin und weg von dem Gebirge um uns herum, dass es uns egal war, dass wir auf teilweise ruckeligen Straßen auf ungemütlichen Gegenständen gesessen haben. Ich hoffe sehr, das war nicht unsere letzte Fahrt!

Dezember

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Nach beinahe fünf Monaten haben wir uns endlich herangetraut. Ziemlich spontan sind wir beide zum Salon gegangen, zuerst ich und am nächsten Tag auch Alwina. Bei mir ging alles ganz schnell, mir wurden alle meine Haare an den Kopf geflochten und die schwarzen Locken daran festgemacht – auf dem Foto sieht man also NUR die falschen Haare! Bei Alwina war es etwas komplizierter: sie saß 9 Stunden (!) im Salon und musste sich an den Haaren ziehen lassen.
Die ganze Erfahrung war ja ganz lustig, aber nach einer Woche hat es mir auch schon gereicht. Ständig bin ich mit dem Kopf irgendwo hängen geblieben, weil ich auf einmal größer war.

Januar

Der letzte Monat war etwas anders als die Monate davor. Geduldig mussten wir auf unsere Work Permit warten und durften deshalb nicht in die Schule gehen. Das bedeutet, wir haben mehr Zeit mit unseren Lieblingsrabauken. Auch wenn wir manchmal ordentlich mit ihnen schimpfen müssen, haben wir jede Menge Spaß mit Joy und Glory. Gemeinsam haben wir angefangen ein Monopoly Spielbrett zu basteln (das hoffentlich auch bald fertig wird) und schauen die Kinderserie „Heidi“, weil ich diese so sehr liebe und Joy inzwischen auch! Bei Disneyliedern sitzen sie bei uns im Wohnzimmer und malen oder veranstalten eine Fashionshow. Es wird nie langweilig, versprochen!

Denn ich bin ganz gewiss

Mein Gott hat es im Griff

Bei jedem kleinen Schritt bist du mir nah

Ich werde nie allein

in der Fremde sein

Die Kraft in deiner Nähe füllt mein Herz

Trust – Hillsong Young and Free

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Tansania

Zwischen Alwina und Lena

Da saß ich nämlich. Fünf Tage lang.

Weihnachten ist für mich echt die schönste Zeit im ganzen Jahr. Umso erstaunter war ich, als ich merkte, wie wenig es mir etwas ausmachte, keinen Kinderpunsch zu schlürfen, nicht auf Weihnachtsmärkten zu schlendern und Mutzen zu naschen und Heiligabend nicht ganz entspannt mit der Familie zu genießen. Dieses Jahr war einfach alles anders und turbulent und trotzdem besinnlich, nur auf eine andere Art. Am 24.12. ging es morgens auf die Fähre, die uns zu DER afrikanischen Trauminsel trug.

Und viel schneller als gedacht waren wir da: auf Sansibar! Mit dem Taxi fuhren wir eine weitere Stunde zu unserer Lodge, wo wir unser Zwischenseminar veranstalten würden. 

Das Zwischenseminar ist eine Möglichkeit für uns die vergangene Zeit unseres Freiwilligendienstes zu reflektieren, Herausforderungen gemeinsam zu besprechen und Lösungen zu finden und auch seinen Fokus neu zu setzen, seine Ziele für das Jahr zu hinterfragen und sich vor allem schon beruflich zu orientieren, wenn man Ende des sozialen Jahres wieder nach Deutschland kommt. 

Es hat unglaublich gut getan, sich mit den anderen Freiwilligen auszutauschen, deren Erlebnisse zu erfahren, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken. 

Unser „Seminarraum“

Fünf Tage lang haben wir viele Themen durchgekaut. Danach konnten wir endlich den Rest der Insel, außerhalb dieser Chill Out Area in erster Etage aufm Roof (nicht leicht einen passenden Begriff dafür zu finden) erkunden und bestaunen! 

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Durch Staub und Behörden

Wer Alwinas Blog liest, weiß, dass wir gerade in einer ziemlichen Visaherausforderung stecken. Gut einen Monat lang haben wir alle nötigen Dokumente für unsere Arbeitserlaubnis zusammen gekramt, ausgefüllt und gültige Passbilder schießen lassen. Wir haben uns oft wie vor den Kopf gestoßen gefühlt, denn Vieles war so anders als uns gesagt oder geraten wurde, obwohl wir doch inzwischen schlauer sein sollten. Unser Gastvater Daniel hat quasi die ganze Prozedur, zwischen seinen vielen Meetings und Lehrerweiterbildungen, übernommen und ist wirklich unser Held! 

Wir mussten dann aber doch noch den Weg nach Dar es Salaam aufnehmen. Ca. 11 Stunden sind wir quer durch die Pampa gefahren, haben beobachtet wie die Straße von grünen Felder durch trockenes Buschland führte und wir schließlich erst in Palmenwäldern und dann in der Großstadt ankamen, während uns der Wind den ganzen Tag, nicht wie erhofft eine frische Brise in die Haare weht, sondern nur Staub ins Gesicht.

Untergekommen sind wir bei der Familie einer unserer Schülerinnen. Diese Familie hat uns verwöhnt, wir haben nicht nur Essen bekommen, sondern auch einen super angenehmen Platz für die Nacht – ein Zimmer im Hostel direkt nebenan! Alwina und ich konnten und wollten diese großzügige Einladung gar nicht annehmen und haben uns total überrumpelt gefühlt! Aber letztendlich wollten wir den Vater der Familie nicht verletzen, indem wir dieses Gastgeschenk an uns einfach abschlagen! Hier ist es normal, sobald der Gast in seiner Obhut ist, ihn von vorne bis hinten zu umsorgen, der Gast soll sich bloß um nichts kümmern. 
Die nächsten drei Tage fuhren wir jeden Tag durch Dar es Salaam, von einer Behörde zu nächsten und wieder zurück, haben alles gesehen und nichts. Das wir wirklich so viel Zeit im Auto verbringen hätten Alwina und ich im Leben nicht gedacht. Wir beide hatten noch eine kleine Einkaufsliste zu erledigen, die wir aber gleich wieder einstecken konnten, wir hatten schlicht keine Zeit dafür. Wenn wir abends wieder kamen, sind wir erschöpft ins Bett gefallen und wussten, dass am nächsten Morgen alles wieder von vorne anfängt, denn immer wieder fehlte noch irgendwas, bevor wir es im Labour Office abgeben konnten. 

Am 23.12. war dann endlich alles vorbei, wir konnten unsere dicken Ordner loswerden und uns endlich auf etwas ganz anderes konzentrieren: endlich sehen wir unsere afrikanischen Mitfreiwilligen wieder! Nach vier Tagen hektischem Rumgereise, konnten wir unsere Seele baumeln lassen und Gemeinschaft genießen! 

Da sind sie alle! Wir haben ja echt viel gequatscht, aber es gab halt auch WLAN…

Dar es Salaam, Perspektive Meer 🌊

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