Philippinen

Just another week in the Philippines

Since the majority of my family does not really know how to speak German, I figured now is the perfect time to write one of my blogposts in English. And I am pretty sure that you guys in Germany won’t have a big issue reading this so – win win.

Here’s a short explanation for all those, who don’t know, what I am even doing here in

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My students just had their exam!

the Philippines (although I kind of have a feeling that everybody already knows. News in our family just spread like a wildfire, no matter where you are) but still, here’s the deal: I applied for an internship at the German Language School in San Mateo, where I am teaching the German Language to trained nurses. They’ll go to Germany eventually to start up a new life, with better chances for a good (maybe not appreciated enough), but at least a reasonable paid job. Retirement homes, hospitals and other constitutions are having trouble to recruit new qualified staff and the idea of educating ambitious nurses from abroad is a solution, that will hopefully work out longterm. So far (that program has been running for almost three years now) it’s a huge success and more and more constitutions show interest.

And I am part of this now. At least for a little while.

So, I’ve been already writing about classes, staying at AUP for one weekend and the crazy Christmas love of the filipinos which you can not escape from, if you want to live the normal life (actually all of that Christmas madness is just happening at the malls. If you avoid those, you’ll be fine).

Last week started off pretty casual. On Monday and Tuesday the government suspended classes due to transport strike, but still I found myself in class. I tried to fix the towers of photocopies that gathered around my desk and elsewhere. It took me three hours to sort these by topics and staple them. Wow, that was some time well spent. And it still looks like a mess.

On wednesday I was back in school and on Friday I scheduled a test for the A2 class. Unlike the B2 class, these students still got some work to do, they’re basically just starting to understand the language. But however I worked on a challenging test and hoped for the best to happen. I’d rather overthink that next time. According to the results it might have been a bit too much to handle. Let’s get there step by step.

As the weekend came around I visited another SDA church, which this time was located in Quezon City. It’s the church my Mum used to go to, the time she was living here around Manila. It was an English speaking church so I could really get into the message of the speaker (who by the way was a German).

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I also finally had the chance to meet my family in Polillo, the island where my mum grew up.

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Yeah.. this would look way better with just a little bit of sunshine

It’s a lovely place – except you stay there during rain season! Instead of spending a sunny day at the beach, I stayed inside and looked at the sky, crowded with heavy grey clouds ready to burst any minute. At least I had some good company! Ate Laden, my (sometimes only) friend from my early childhood here in the Philippines and of course Joshua and me, we had a good time together. We played cards, had some talks and challenged ourselves by eating „Berty Botts Every Flavour Beans“ (you know, the ones from Harry Potter, which have EVERY flavour, from cherry to booger and even vomit. Yeah, it was gross! It was fun as well. But mostly gross!)

All the rain could not stop us from visiting family and friends though. We even had a motorcycle to cruise around the town! Unfortunately our stay lasted for only two days and we had to head back to San Mateo. I was so happy to see or rather meet old friends and acquaintances! Since I used to go to Polillo, when I was a little kid, I just can’t remember all of those names and relations. SORRY! But it’s always a heartwarming experience, especially when the keep telling me about old stories from older days.

 

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Von der Prüfung Teil 2, Nachtschwärmern und Nachtschwärmereien

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Und jetzt heißt es lange warten! Und nicht dabei einschlafen

Pünktlich zur Mittagspause war ich um 12 Uhr zurück am Prüfungsort und wartete gespannt darauf, was meine B2 Schüler mir alles zu erzählen hatten. Der schriftliche Teil war geschafft, anscheinend war wohl der Hörverstehen Teil besonders schwer: „Die Frau hat so undeutlich gesprochen, wie bei der Hörverstehensübung von letzter Woche!“ – Ah, die mit dem sächsischen Dialekt. Wie fies! Nach der Mittagspause ging es weiter mit der mündlichen Prüfung!

Weil wir am Morgen schon um 4 Uhr losgefahren sind, um den bewegungslosen Stau zu umgehen (wir waren innerhalb einer Stunde in Makati, die Stadt in der die Prüfung stattfand. Aber wären wir später losgefahren, hätte das auch drei Stunden dauern können. Die Infrastruktur hier ist leider komplett Käse!), fielen die Schüler in ein erschöpftes Mittagstief. Die Aufregung hielt sie zwar noch wach, aber machte sie auch ganz wuschig im Kopf! Dass der Prozess der mündlichen Prüfung sich dabei total in die Länge zog, half überhaupt nicht! Diejenigen die schon dran waren, erzählten den Anderen Schauergeschichten über schwer zu beschreibende Bilder, unverständliche Fragestellungen und ungenügende Vorbereitungszeit. Immerhin wurden sie immer zu zweit geprüft und konnten sich gegenseitig ein wenig Halt geben. Nachdem nach sechseinhalb Stunden (!) endlich auch der letzte Prüfling entlassen wurde, fiel allen ein großer Stein vom Herzen. Wir feierten alle zusammen mit einem Gaumenschmaus bei Jollibee und machten einen Abendspaziergang durch die geschäftige Stadt Makatis.

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Ziel waren die dancing lights, die tanzenden Lichter, in Ayala Land. Weihnachten schaltet hier noch einmal so richtig den Turbogang ein! Trotz der Dunkelheit und den manchmal etwas berüchtigt aussehenden Leuten, fühlte ich mich sehr sicher, die gestrige Gruppe besteht schließlich, abgesehen von vier wackeren Mädels, fast nur aus Männern. Ein bisschen groggy vom langen Tag kicherten wir durch die Straßen, quatschten über die Zukunft in Deutschland (alle mussten mir versprechen, dass sie spätestens rechtzeitig zur Fußballweltmeisterschaft in Deutschland ankommen) und machten viele Bilder!

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Prüfungsnervenkitzel und komische Feiertage

Jeder Blick in meinen Kalender lässt mich wundern, dass ich nur noch etwas mehr als einen Monat hier auf den Philippinen habe. Dass die Zeit nicht gerade aufhört zu laufen,

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Das Gebäude, in dem die gefürchtete B2 Prüfung stattfinden soll, mitten in der Business Stadt Makati

sondern eher noch losrennt (ohne mich) kenne ich ja schon aus meiner Zeit in Tansania. Während meine B2 Schüler gerade in diesem Moment die ÖSD (Österreich Schweiz Deutschland) Prüfung in Makati (bei Manila) schreiben bestehen, sitze ich im nächsten Coffee Shop und nutze die ruhigen Minuten und das freie WLAN für diesen Blogpost. Ich kann den Schülern zwar nicht helfen und nichts vorsagen, ich darf ja schließlich nicht einmal mit in den Prüfungsraum, aber ich bin trotzdem als seelische Unterstützung mitgekommen. Der Druck und die Nervosität dreht fast allen nämlich ziemlich den Magen um, obwohl sie es eigentlich super drauf haben. Haltet die Daumen gedrückt für gute bis mega geile Ergebnisse! Einfach knapp bestanden reicht den meisten aber wahrscheinlich auch schon.

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15 Schüler, bereit und gewappnet!

Die Wochen zuvor wurde viel gelesen, geschrieben, Hörtexten zugehört (teilweise mit starkem sächsischen Dialekt – auch ich hab das nicht verstehen können!) und immerhin einmal Honig im Kopf geguckt, für die kleine Abwechslung zwischendurch. Gewappnet vor allen Fallen und Tricks ist man in der deutschen Sprache aber nie so ganz. Die Schüler schlagen sich trotzdem durch jeden noch so schwierigen Text und nehmen jede Herausforderung widerstandslos an. Zwischen dem vielen stundenlangen konzentrierten Lernen, haben sie (und damit auch ich) trotzdem genug Zeit außerhalb des Klassenraumes. Wie ich gelernt habe, gibt es hier in den Philippinen genug Feiertage oder andere Umstände, die die Schüler vom Unterricht befreien.

Manchmal geht es auch mit buntem Papier und Wachsmalstiften an den Stoff! Hier erarbeiten die Gruppen einen Schüleraustausch zwischen Deutschland und den Philippinen

Am 01. November feiert man hier den All Saints Day, an dem man seinen verstorbenen Familienmitgliedern gedenkt. Es hat Tradition, dass man die ganze Nacht auf dem Friedhof bleibt, vom Abend bis zum Morgengrauen. Meine Schüler behaupten, dass es ein riesiger Spaß sei, weil sie viel essen und spielen und Karaoke singen. Aber für mich klingt das nur wie ein Halloween für Hartgesottene.

Heute und die nächsten Tage, vom 13. bis zum 17. November, ist ebenfalls Unterrichtsausfall, wie der philippinische Präsident Duterte es vor einigen Tagen angeordnet hat. Das verdanken wir dem ASEAN Summit, dem 31. Gipfeltreffen der Politiker aus vielen asiatischen Ländern, unter anderem Kambodscha, Malaysia, Indonesien und eben auch die Philippinen, die dieses Jahr die Gastgeber sind. Dabei geht es insbesondere um die Internationale Zusammenarbeit der elf teilnehmenden Ländern.

Abgesehen von Feiertagen und vom Präsidenten angesetzten freien Tagen, gibt es auch Unterrichtsausfall wegen Streiks des öffentlichen Verkehrs, Taifun- und sogar Terrorwarnungen. Man kann nicht behaupten, dass das Leben hier nicht turbulent ist. Trotz allem fühle ich mich dennoch sehr sicher hier! Der Taifun stellte sich übrigens als nieseliger Regen mit ein bisschen Wind und anschließendem strahlendem Sonnenschein heraus (siehe Beitragsbild ganz oben). Wow, so viel dazu.

Natürlich habe ich während der freien Tage nicht zu Hause gehockt und Däumchen gedreht. Ich hatte die Chance meine Familie in der Provinz zu besuchen und ein paar Sandkastenbekanntschaften wiederzusehen. Davon berichte ich im nächsten Blog 🙋🏻

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Vom Leben in und neben der Schule

Inzwischen hat sich mein Stundenplan von vier Unterrichtsstunden am Vormittag zu vier Stunden am Nachmittag erweitert. Am Morgen habe ich den B2 Kurs, also die Schüler, die kurz vor der Ziellinie stehen und nur noch die Prüfung bestehen müssen, um endlich nach Deutschland zu kommen. Zur Zeit müssen wir im Stoff ordentlich durchziehen, denn Mitte November steht die große Prüfung bevor. Obwohl wir viele langweilige Themen durchsprechen müssen, wie die 4 Fälle, Vokabeln und Leseverstehensübungen bringt mir der Kurs trotzdem sehr viel Spaß. Und ich hoffe natürlich auch, dass die Schüler auch etwas Freude daran haben. Es wird auf jeden Fall viel gelacht und es gibt auch die Zeit, um ausgelassen zu quatschen oder ein paar Auflockerungsspiele zu spielen. Damit ich die Schüler ein bisschen besser kennenlernen kann, wird jeden ersten Freitag im Monat gemeinsam gefrühstückt und geschnattert, bevor der Unterricht beginnt.

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Im A2 Kurs am Nachmittag wird es allerdings noch ein bisschen Zeit brauchen, bis ich mit ihnen so sorglos auf Deutsch sprechen kann, wie mit den B2 Schülern. Hier stehen noch grundlegendere Themen auf dem Stundenplan, wie Familienmitglieder und Briefe in der Vergangenheit schreiben, aber auch schon Dativ von Akkusativ unterscheiden. Der A2 Kurs besteht aus einer gemütlichen Anzahl von 5 Schülern und ist sehr angenehm zu unterrichten. Der arme Jerry allerdings, der einzige Mann in der Runde, muss oft das Gekicher der Mädels aushalten, was den ruhigen Kurs aber auch ein bisschen lebhafter macht und für gute Stimmung sorgt.

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Lady und ich bei einem unserer inzwischen vielen Abende bei Starbucks

Nach neun Stunden, die ich dann im Klassenzimmer verbracht habe, bin ich oft ziemlich geplättet – aber dennoch möchte ich es mir nicht nehmen, abends noch ein wenig auszugehen. Das endet dann mit einem Filmabend mit Roselle und Ann, den Lehrerinnen der A1 Kurse oder bei einem entkoffeinierten Becher Kaffee (man lernt aus Fehlern) bei Starbucks, wenn ich mal wieder Lady, einer Schülerin aus dem B2 Kurs, über den Weg gelaufen bin.

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Auf Empfehlung meiner Schüler: ein Matcha Espresso, der Hit aus Japan… nicht so mein Ding, sieht aber toll aus

Nach einer so vollen Woche, möchte ich am Wochenende eigentlich nur faul rumsitzen, aber meine Gastfamilie fühlt sich so verantwortlich, dass ich hier etwas erlebe, dass ich am Samstag glatt wieder mit Joshua unterwegs war. Joshua, das ist, wie er es immer so schön betont, mein Neffe. Das stimmt aber nur halb. Meine Mama und seine Oma sind Cousinen und das macht uns beide auch zu irgendwas. Er ist auf jeden Fall ein sehr cooler Buddy zum rumhängen und wir haben immer etwas zu bequatschen. Am Samstag nahm er mich also spontan zu einem Tanzwettbewerb mit, an dem auch das Team seiner Schule teilnahm. Das fand in einem riesigen Theater statt und der Saal war gerappelt voll mit kreischenden Teenagern. Joshua und ich haben am Eingang die allerletzten zwei Karten bekommen und saßen nun im tobenden Publikum, während vorne auf der Bühne die verschiedenen Gruppen coole Tanzmoves ablieferten. Die Jugendlichen hatten echt was drauf, sofern ich das mit meinem ungeschultem Auge beurteilen kann, und es hat unglaublich viel Spaß gemacht, ihnen zuzuschauen!

Nachdem die Tanzgruppe aus Joshuas Schule allerdings nicht in die nächste Runde kam, gingen wir in das Einkaufszentrum gegenüber, nicht zum Shoppen, sondern zum Spielen: jede Mall hier hat eine eigene Arcade, eine Spielhalle wie sie noch vor einigen Jahren, insbesondere in Amerika, üblich war. Es ist zwar so laut dort, dass man kaum sein eigenes Wort versteht, aber es super viel Spaß gemacht Autorennen zu fahren und Basketbälle zu werfen. Ich hab mich dabei ziemlich retro gefühlt.

 

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Alte Bekanntschaften und neue Erlebnisse

Nach der ersten Schulwoche hier an der German Language School machte ich mich auf den Weg zu meinem ersten Wochenendausflug hier in den Philippinen: ich besuchte eine alte Kindheitsfreundin meiner Mama (und weil jede Bekanntschaft der Eltern hier automatisch Tante oder Onkel ist, egal ob verwandt oder nicht, ist sie natürlich auch meine Tita!). Tita Lyndemie und ihr Mann, Tito Leo haben vier Kinder, die ich auch schon kenne, seitdem ich denken kann. Von kleinauf an besuchten wir sie jedes Mal, wenn wir Urlaub hier in Mamas Heimat machten.

Die Familie wohnt auf dem Gelände der adventistischen Universität der Philippinen. Klingt irgendwie gewöhnungsbedürftig auf einem Schul- und Unicampus zu wohnen, ist aber doch ziemlich cool, wenn ihr mich fragt. Man fühlt sich sicher, denn durch das Tor kommen nur Leute, die auch hineindürfen (man kann natürlich trotzdem noch Besuch haben), man hat eine Bücherei, ein Swimmingpool und vor allem tausende Leute im eigenen Alter in unmittelbarer Nähe. Und wow, das Gelände ist wunderschön und wird regelmäßig in Stand gehalten.

Am Sabbat ging es in die größte adventistische Kirche der Philippinen. Rund 1000 Menschen saßen in der riesigen Gemeinde… ein ganz normaler Gottesdienst. Das einmal zu erleben war wirklich beeindruckend, doch durch die Größe des Raumes, der großen Anzahl der Leute und die vielen, viiiiiielen Ventilatoren ist es einfach super laut dort, währenddessen die Länge des Gottesdienstes, von 8h bis 12h, erstaunlicherweise wirklich in Ordnung war für mich.

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Die halbe Familie Arit von links nach rechts: Tito Leo, Kulin, Janai und Lyndon

Nach dem Gottesdienst gab es ein super leckeres Mittagessen und eine Erkundungstour in der Umgebung außerhalb des Campus. Das Geburtstagskind Noah (der Neffe von der Freundin vom ältesten Sohn der Familie Arit) wollte unbedingt Fische sehen und wir alle kamen mit, um seinen Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen. Ich hab an ein paar langweilige graue Fische im Teich oder an diese typischen Aquarien gedacht, wie sie beim Asiaten immer im Restaurant stehen. Aber das was ich wirklich zu sehen bekommen habe, hab ich nicht erwartet:

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Ein wahres Meer aus Koi Fischen, die sich schon übereinander stapeln

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Noah, das süßeste Geburtstagskind, dass ich je gesehen habe!

Nachdem wir Noah schließlich bei seiner Party abgesetzt haben, fuhren wir in eine der beliebtesten Urlaubsorte der Philippinen, denn diese war nur ca. eine halbe Stunde vom AUP Campus entfernt. Tagaytay ist ein Ort inmitten grüner, frischer Hügel die einen großen See umrahmen. Die Aussicht raubt einem den Atem, während man in diesem sonst so tropisch warmen Land eine frische Brise durch die Haare gehaucht bekommt.

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Am Sonntag hatte ich eine kleine Einkaufsmission zu erfüllen: Kulin und ihre Familie nahmen mich auf eine Geburtstagsfeier zu Ehren einer Schülerin mit, die außerdem auch die Tochter von alten Freunden meiner Mama ist (das höre ich hier übrigens ständig: hey Beryl, grüß deine Mama, wir sind alte Bekannte aus der Schule/ dem College. Wow, wen kennt sie eigentlich nicht?)
Zur Feier wollte ich natürlich nicht mit leeren Händen auftauchen. Das Programm sollte um 17.30h starten, aber natürlich ging es in der Realität erst um 19h los. Wenn ich eines in meinem Jahr in Tansania gelernt haben sollte, dann ist es wohl Warten… gerade bei Veranstaltungen.

Für mich als Deutsche war dieser 18. Geburtstag etwas gewöhnungsbedürftig … und auch ein bisschen unangenehm. Nicht für mich, sondern für die „Debütantin“, wie Jea, das Geburtstagskind, genannt wird. Anstatt einer ausgelassenen und lockeren Feier, mit vielen Unterhaltungen und Musik, wie ich es aus 18. Geburtstagen kenne, wird für die Debütantin ein sehr formelles Programm ausgetüftelt. Das beinhaltet dann Reden von Freunden und Familie, Musikstücke und Rituale, wie die Überreichung von 18 Geschenken und 18 junge Männer, die Jea jeweils eine rote Rose geben und ganz nebenbei auch für einige Spekulationen sorgen (bei einem wurde so laut gejubelt, zwischen denen muss wohl was laufen – oder die Freunde sind einfach so mies und wollen sie nur ärgern).

Während des ganzen Abends sitzt Jea vorne, wie eine Prinzessin – denn so sah sie aus – und hat sich wohl unglaublich beobachtet gefühlt. So hab ich mir das jedenfalls vorgestellt. Aber wahrscheinlich ist es hier das Normalste der Welt.

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Als endlich zum Buffet gebeten wurde, hat man zum ersten Mal die Chance, mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen. Ich hatte ein interessantes Gespräch mit Jeas Eltern, denn sie und die ganze Familie sind vor einiger Zeit zwei Jahre in Kenia gewesen, um dort missionarische und medizinische Arbeit zu leisten. Wir hatten uns also viel zu erzählen und ich hoffe, das es eine Fortsetzung bei meinem nächsten Besuch gibt!

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Nach der Feier hieß es nämlich schnell Koffer packen und ab nach Hause, denn am Montagmorgen warten wieder 16 Schüler im Klassenraum auf mich.

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Neues aus dem Klassenzimmer

Viel schneller als ich noch vor zwei Monaten gedacht habe, stehe ich schon wieder als Lehrer vor einer Klasse. Diesmal, unter anderen Umständen, mit anderen Lehrmethoden, anderen Zielen und vor allem: in einem anderen Land mit anderen Schülern. Die ersten Tage schnupperte ich vorsichtig in meine neue, alte Rolle hinein. Von einer Woche mit gelegentlichen Unterrichtsstunden an der Voice in Tansania, rutsche ich jetzt in einen Stundenplan mit vier Unterrichtsstunden am Morgen und noch einmal vier Stunden am Nachmittag. Diese Woche habe ich noch Schonfrist, bisher habe ich nur den B2 Kurs am Morgen.

Um mir die Arbeit zu erleichtern, gibt es hier echt praktische Programme, die ich einfach vom Laptop mit einem Beamer auf die Leinwand werfen kann. Ein bisschen reinfuchsen muss ich mich allerdings noch.

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Ja ganz richtig, die gefürchteten Fälle Dativ und Akkusativ muss ich hier auch unterrichten.. Das musste ich für mich nochmal wiederholen

Im B2 Kurs sind 13 Schüler, die alle schon einen beachtlichen Wortschatz und eine gute Satzbaustellung haben. Ich weiß ja nicht, wie gut sie sich damit in der Abschlussprüfung machen, aber ich bin schon mal beeindruckt! Und letztendlich bin ich ja auch hier um ihnen bis zum Examen am Ende des Kurses zu helfen.

Aber was ist das eigentlich für eine Deutschschule, die Filipinos Deutsch beibringt? Es gibt eine Idee dahinter:
alle Schüler sind gelernte Krankenpfleger, haben also schon ein Studium hinter sich, teilweise mit jahrelanger Praxiserfahrung im Ausland, wie Saudi Arabien (es gibt sehr viele Filipinos, die dort leben, um zu arbeiten) und nun aber den Sprung nach Europa schaffen wollen. Und hier kommt die German Language School und CareProfis ins Spiel:

CareProfis vermittelt Pflegekräfte an Altenheime und Krankenhäuser und ermöglicht unter anderem auch qualifizierten Bewerbern aus dem Ausland, einen Beruf in Deutschland zu ergreifen. Die German Language School und CareProfis arbeiten eng zusammen und alle Schüler, die die B2 Prüfung bestehen kommen nach Deutschland und werden in verschiedenen Einrichtungen eingesetzt.

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Durch dieses Projekt durfte ich meine Cousine Ate Yayie kennenlernen, die im ersten Jahrgang Anfang 2016 nach Deutschland kam. Alle Filipinos leben in der Nähe und es entsteht eine kleine Familie, die mit jedem Jahrgang größer wird.

So, das steckt also hinter der ganzen Aktion hier. Man merkt bei den Schülern, dass die Motivation, gut bei den Examen abzuschneiden, hoch ist, auch wenn die Resultate vielleicht etwas anderes sagen. Deutsch ist nach wie vor kein Spaziergang, besonders, wenn man neben dem Unterricht noch arbeitet, was viele meiner Schüler tun.

Die erste Stunde hab ich langsam angehen lassen – es gab eine ausgiebige Vorstellungsrunde und dann wurde ein bisschen vom vorherigen Stoff wiederholt, damit ich sehen kann, was sie schon alles können und wie der Unterricht hier so funktioniert. Heute wollte ich aber gleich mal was kreativeres starten: es ist Tag der Deutschen Einheit, also gab es eine kleine Geschichtsstunde von mir. Die Schüler haben schließlich die Wiedervereinigung super cool darstellen können, wie die Fotos zeigen:

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Für die nächsten Monate muss ich mich aber ranhalten, denn auf die Schüler warten viele Prüfungen, die es unter allen Umständen zu bestehen gilt!

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Mabuhay und Frohe Weihnachten

Nach einem langen Flug, Zwischenstop in Dubai und einem folgenden noch längeren Flug sieht man endlich die flackernden Lichter und spürt die hektische Wärme der Metropole Manila. Mabuhay (das heißt Willkommen) to the Philippines! Als meine Mama, die mich hier her begleitet hat, in Wahrheit aber eigentlich nur ihre Familie besuchen will (gib es zu, Mama!), und ich am Dienstag gegen Mitternacht endlich den Flughafen verlassen, sind die Straßen der Hauptstadt noch so laut und lebendig, als wäre es helllichter Tag – die Autos rauschen eilig hupend an mir vorbei und Jugendliche tummeln sich viel zu nah am Highway herum.

Da meine Tante Molly gerade geschäftlich auch hier auf den Philippinen ist, besuchten wir sie in ihrem Hotel, bis uns meine Gastfamilie von dort abholte bzw. nicht nur Gastfamilie, sondern wirklich Familie! Sie haben also keine andere Wahl, als mich bei ihnen aufzunehmen!

Nach einer kurzen ersten Nacht ging es gleich in meine erste „Dienstbesprechung“ – ich bin nämlich nicht zum Urlaub machen in die Philippinen gekommen. Für die nächsten drei Monate werde ich in der German Language School in San Mateo, Rizal bei Manila Deutsch unterrichten. Und dieses Mal nicht so Larifari wie in Tansania, ein bisschen Begrüßung hier und etwas Zahlen lernen da, SONDERN es geht wirklich um was. Meine Schüler müssen nämlich die B2 Sprachprüfung bestehen, denn sie wollen nach Deutschland kommen, um dort zu arbeiten. Noch hat mein Dienst jedoch nicht begonnen, am 09.10. beginnt erst der ganze Spaß!

Solange wird meine Umgebung erkundet, wo bin ich denn eigentlich gelandet und worauf hab ich mich nur schon wieder eingelassen?
Ich kenne die Philippinen ja eigentlich schon von kleinauf an, doch dieses Mal wird einiges sehr anders werden. Wie groß dieses Ausmaß des Andersseins ist, erfahre ich unerwartet schon am ersten Tag!
Es sind nur noch 89 Tage bis Weihnachten. Warum ich das weiß? Jetzt schon? Weil es hier überall steht! ÜBERALL! Die Einkaufszentren und Radios spielen schon seit Wochen Weihnachtslieder und es ist bereits festlich geschmückt. Verrückt, diese Filipinos!

Am zweiten Tag führte mich meine Reise ans Meer – okay, vielleicht bin ich doch gekommen um ein bisschen Urlaub zu machen… Drei Tage verbrachte ich in einem traumhaften Resort in Subic Bay, einer Bucht am chinesischen Meer und genoss die Wärme, von der ich in den letzten eineinhalb Monaten, die ich in Deutschland war, nichts abbekommen habe!

Die letzten zwei Tage verbrachte ich dann jedoch wieder in der Schule in San Mateo und erlebte, wie hier die Schüler für das „nächste Schuljahr“ ausgesucht werden. Ein Bericht darüber, welche Vorraussetzungen die Schüler mitbringen müssen und wo der Deutschunterricht schließlich überhaupt hinführt, kommt noch!

 

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