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Bevor ich abtauche…

Kurz vor Weihnachten taperte ich aus dem gerade aus Dubai eingetroffenen Flugzeug und freute mich schon auf meine Eltern, die zum Glück an meine Winterjacke gedacht hatten, denn es lag noch ein wenig übrig gebliebener Schnee auf den Feldern im schönen Norddeutschland. Oh ja, ich war endlich wieder in meiner Heimat angekommen! Und auch wenn mein zweiter Auslandsaufenthalt viel kürzer war als der Erste und ich gerade erst im Sommer das große Wiedersehen mit all meinen Liebsten hatte, bleibt es doch so besonders, alle wieder in den Arm zu nehmen!

Seit der zweiten Rückkehr ist wieder jede Menge Wasser die Elbe runtergeflossen. Ich hatte ab Oktober mein Mobiltelefon unabsichtlich unbrauchbar gemacht und war deshalb eher geht so erreichbar gewesen. Ich war also erst einmal damit beschäftigt, mir die aufregendsten Neuigkeiten über Alles von Jedem anzuhören. Das Leben hier zu Hause steht wahrlich nicht still.

Bevor ich abtauche und mich (zumindest fürs Erste) von diesem Blog verabschiede, möchte ich noch ein paar Gedanken loswerden.

Als erstes danke ich allen, die die Möglichkeit hatten an ADRA live! zu spenden. Ich lade ganz herzlich dazu ein, dies weiterhin zu tun! Das Geld wird gebraucht, um Jahr für Jahr tolle, junge Freiwillige in tollen Projekten zu unterstützen. Auch jetzt sind wieder um die 16 Freiwillige rund um den Globus unterwegs und haben hoffentlich die Zeit ihres Lebens!

Danke auch an meine Gemeinde Kisdorf, die sich heimischer anfühlt als je zuvor und jede Woche nach mir gefragt hat. Das war ein tolle Unterstützung und keine Selbstverständlichkeit!

Es ist schon ein bisschen verrückt, wieder hier zu sein und zu wissen, dass man so schnell nicht wieder die Fliege macht. Die Zeit im Ausland war wirklich cool, so dass sich ein (manchmal leider etwas nerviges) „Also, ich kenne das aus Tansania so…“ oder „Meine Schüler in den Philippinen würden jetzt…“ im Gespräch gar nicht vermeiden lässt. Verzeiht mir das bitte!

Jetzt ist der erste Monat des Jahres 2018 schon beinahe rum und es wird auch für mich Zeit in etwas ganz Neues zu starten! Aber ich kann den Beitrag nicht abschließen, ohne zu sagen, dass ich von vorne bis hinten und von Kopf bis Fuß gesegnet und behütet worden bin! DANKE GOTT für verschwenderischen Segen, egal wo ich mich gerade befinde!

Ich danke euch, fürs Reinstöbern in meine „Liebes-Tagebuch-Memoiren“.

Das wars mit dem Auslandsreport. Zurück ins Studio.

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Philippinen

Wie man sich das Leben versüßt

Ich habe mir in Tansania schon vorgenommen gehabt, einen Blogpost nur über Essen zu machen. Tja, diese Chance ist verpasst, aber für die Philippinen blieb mir noch genau eine Woche um diese Mission zu erfüllen! Denn seien wir mal ehrlich: das ist Asien und dieser Kontinent hat einfach generell Merkwürdiges zu bieten – und damit meine ich nicht mal diesen aufgespießten Hühnerdarm, den man um die Ecke kaufen kann.

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Leider ein Bild aus dem Internet, aber immerhin habt ihr jetzt eine Vorstellung! https://www.tripadvisor.com/LocationPhotoDirectLink-g298445-d7010541-i232978827-Baguio_Craft_Brewery-Baguio_Benguet_Province_Cordillera_Region_Luzon.html

 

Ja, schon richtig gehört: Isaw (Ißau ausgesprochen), aufgespießter Hühnerdarm, gegrillt und anschließend in oftmals scharfe Soße getaucht ist ein ganz normaler Snack für zwischendurch für keine 10 Cent. Wie gesagt, für mich nicht allzu neu, da ich das als Kind schon einmal gegessen habe und mich im Stillen wunderte, dass einzeln aufgespießte Spaghetti (denn das glaubte ich, was es war) so eigenartig schmecken.

 

In der Mall dagegen treibt sich (meiner Meinung nach) allerlei Ungewöhnliches herum: Im Angebot hätte ich einen McFloat, auch CokeFloat genannt, eine Kreation von McDonalds, in der man Vanille Eis mit Schokosoße auf Cola serviert bekommt. Was so falsch klingt, schmeckt auch sehr falsch!

Weiter gehts zu Jollibee, dem beliebtesten Fast Food Restaurant der Philippinen mit der liebenswerten roten Biene. Hier gibt es die einzigartigen Pommes mit Erdbeergeschmack.

Auch Starbucks hat ein komisches Getränk im Menü: Jelly Coffee 
Im Grunde schmeckt der super (zumindest für die Leute, die auch gerne den überzuckerten Kaffee von Starbucks trinken), das Getränk an sich schmeckt ganz normal nach Eiskaffee. ABER sobald eines der kleinen Stückchen Jelly, also kleine Stücke Wackelpudding, (in diesem Fall Kaffeewackelpudding, immerhin kein Waldmeister) den Weg durch den großen Strohhalm in meinen Mund fanden war der Genuss dann auch vorbei. Ich habe versucht, es einfach zu ignorieren, habe die kleinen Stückchen aber dann doch immer ausgespuckt.

 

Und weil die Filipinos die kleinen Wackelpudding Vierecke so lieben, findet man diese auch im grünen Salat!

Nun gehts aber mal zu ein wenig traditionelleren Gerichten:

eine beliebte Reisbeilage ist dinuguan, eine Suppe aus Schweineblut, und weil die Filipinos Innereien offenbar sehr lieben, gibt es hier auch allerlei gekochte und dann aufgpuffte Darmsnacks, in diesem Fall auch vom Schwein

Natürlich kosten nicht alle Gerichte so viel Überwindung (mehr oder weniger), generell kochen die Filipinos köstliches Essen und ich bin immer glücklich, egal, was man mir so auftischt. Vorausgesetzt natürlich, ich bin dazu fähig, die Mahlzeit zu essen. Sushi mit Stäbchen essen, ja das geht ja noch. Aber eine glitschige Nudelsuppe? Tja, das hat ein bisschen länger gedauert.

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Philippinen

Internationale Philippinen

Es sind nur noch wenige Tage bis zur Abreise und ich habe leider nicht halb so viel von den Philippinen oder meiner Familie gesehen, wie ich es mir ursprünglich gewünscht habe. Beschweren kann ich mich aber nicht, schließlich ist die German Language School der einzige Grund, warum ich jetzt überhaupt hier sein kann. Und die Arbeit bringt mir nach wie vor, auch in den letzten etwas stressigen Zügen, noch sehr viel Spaß! Ich will mich also auch gar nicht beschweren.

Die Wochenenden sind also bis zum Luftanhalten vollgestopft mit Ausflügen. Letztes Wochenende durfte ich zum zweiten und leider letzten Mal die Familie Arit an der Adventist University of the Philippines (AUP) besuchen. Dort war ich Anfang Oktober ja schon einmal und habe von mit Menschen gut gefüllten Kirchen, genauso wie von mit Fischen gut gefüllte Seen und atemberaubenden Aussichten berichtet.

Dieses Wochenende führte mich Familie Arit wieder mal an ein paar besondere Plätze: von italieninspirierten Malls über thailändische Gärten bis hin zu historischen Gedenkstätten. Und ich habe es natürlich nicht versäumt ein paar Fotos zu knipsen. Ohne viel weiterer Schwafelei folgen diese auch sogleich!

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Romantisches Venedig in Weihnachtsstimmung

Kurze interessante Fakten zum Luneta Park, auch Rizal Park genannt:
José Rizal ist der Nationalheld der Philippinen (Rizal ist auch der Name der Provinz, in der ich hier lebe). Er lebte im 19. Jahrhundert und hatte eine tragende Rolle während der philippinischen Revolution und Rebellion gegen das spanische Königreich. In seinem Leben ist er durch europäische Länder und auch durch die Staaten gereist. Er lebte sogar für längere Zeit in Heidelberg und studierte erfolgreich Medizin, man widmete ihm dort sogar ein Rizal Denkmal und einen Rizal Brunnen in einem Rizal Park. Wusstet ihr, dass er sogar die altbekannten Geschichten von Max und Moritz neu illustriert hat? Wenn das mal nicht ein cooler Typ ist!
Leider wurde er 1896 mit nur 35 Jahren von spanischen Soldaten hingerichtet und das genau an diesem Ort, an dem man heute, im Herzen der Hauptstadt Manilas, die Geschichte Open Air und durch die Statuen sehr visuell nachempfinden kann.

Danke, liebes Internet, für die Informationen! 😅 Ihr interessierten Geschichtshungernden, klickt einfach hier um den Entdecker in euch zu befriedigen, denn es gibt noch viel mehr Interessantes dazu zu erzählen

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Philippinen

Neue Schule, neues Glück

Einen wunderbaren 1. Dezember wünsche ich euch! Weihnachten steht quasi direkt vor der Tür und somit auch die letzten zwei Wochen meines Aufenthaltes hier.. warte, bin ich nicht gerade erst angekommen? Ich habe gerade erst richtig den Bogen raus, was man hier alles aus dem Deutschunterricht herausholen kann. Schade, dass die Wochen so schnell vorbeigingen

Wenn es nach meinen Schülern ginge, könnte die Zeit auch gerne etwas langsamer laufen: es steht mal wieder eine Prüfung für die B2 Klasse an – die meisten haben die letzte Prüfung nämlich nicht bestanden 😦 das ist nicht weiter schlimm, denn die nächste Möglichkeit dieses Mal zu bestehen lässt ja keine drei Wochen auf sich warten. Und wir nutzen jeden Tag um zu sprechen, lesen, schreiben, hören und ich halte meine Finger gekreuzt, damit dieses Mal nichts schief geht! Die meisten haben die Prüfung vor ein paar Stunden hinter sich gebracht, ein paar Schüler schlagen sich gerade in diesem Moment durch die Mündliche und zwei weitere sind morgen dran. Umso mehr freut es mich aber natürlich für diejenigen, die die Prüfung geschafft haben! Wir sehen uns dann im Februar am Flughafen in Hamburg

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Eine große Werwolfrunde!

Vergangene Woche Freitag hatten wir einen besonderen Anlass an der Schule: die German Language School hat ihren Sitz erweitert und eine neue Schule, ganz in derNähe der Alten, eröffnet. Seit einer Woche findet der Unterricht der A2, B1 und B2 Klassen also hier statt.

Das wurde mit Knabbereien, einer Aufmunterungsrede und Karten und Werwolf spielen gefeiert.

Zu diesem Anlass sind auch meine zwei Chefs angereist. Abends sind wir dann alle zusammen in einen Club in Quezon City gefahren und haben die Gemeinschaft und Musik genossen!

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Eine kleine Feierei im Guillys: Lady (meine liebste Freundin hier), Herr Kaiser, Ann und Roselle (die beiden A1 Lehrerinnen) und ich 🕺🏻 📸: Christian Heuer, mein anderer Chef

In der neuen Schule gibt es nun sehr viel mehr Platz und einen großen Raum, der auch den strengen Bedingungen für Examen gerecht wird. In Zukunft müssen die Schüler dann hoffentlich nicht mehr um 5h morgens kreuz und quer durch die verwirrenden großen Städte fahren um den immer währenden Stau zu umgehen. So wie heute: nicht ganz so nervös wie beim letzten Mal gingen sie mutig in die Prüfung (nachdem sie alle nacheinander meinen Kopf angefasst haben „Wir brauchen einmal dein Deutsch!“), während ich und noch zwei andere Begleitpersonen der Prüflinge im nächsten Café auf sie warteten und (natürlich) Karten spielten.

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Philippinen

Just another week in the Philippines

Since the majority of my family does not really know how to speak German, I figured now is the perfect time to write one of my blogposts in English. And I am pretty sure that you guys in Germany won’t have a big issue reading this so – win win.

Here’s a short explanation for all those, who don’t know, what I am even doing here in

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My students just had their exam!

the Philippines (although I kind of have a feeling that everybody already knows. News in our family just spread like a wildfire, no matter where you are) but still, here’s the deal: I applied for an internship at the German Language School in San Mateo, where I am teaching the German Language to trained nurses. They’ll go to Germany eventually to start up a new life, with better chances for a good (maybe not appreciated enough), but at least a reasonable paid job. Retirement homes, hospitals and other constitutions are having trouble to recruit new qualified staff and the idea of educating ambitious nurses from abroad is a solution, that will hopefully work out longterm. So far (that program has been running for almost three years now) it’s a huge success and more and more constitutions show interest.

And I am part of this now. At least for a little while.

So, I’ve already been writing about classes, staying at AUP for one weekend and the crazy Christmas love of the filipinos which you can not escape from, if you want to live the normal life (actually all of that Christmas madness is just happening at the malls. If you avoid those, you’ll be fine).

Last week started off pretty casual. On Monday and Tuesday the government suspended classes due to transport strike, but still I found myself in class. I tried to fix the towers of photocopies that gathered around my desk and elsewhere. It took me three hours to sort these by topics and staple them. Wow, that was some time well spent. And it still looks like a mess.

On wednesday I was back in school and on Friday I scheduled a test for the A2 class. Unlike the B2 class, these students still got some work to do, they’re basically just starting to understand the language. But however I worked on a challenging test and hoped for the best to happen. I’d rather overthink that next time. According to the results it might have been a bit too much to handle. Let’s get there step by step.

As the weekend came around I visited another SDA church, which this time was located in Quezon City. It’s the church my Mum used to go to, the time she was living here around Manila. It was an English speaking church so I could really get into the message of the speaker (who by the way was a German).

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I also finally had the chance to meet my family in Polillo, the island where my mum grew up.

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Yeah.. this would look way better with just a little bit of sunshine

It’s a lovely place – except you stay there during rain season! Instead of spending a sunny day at the beach, I stayed inside and looked at the sky, crowded with heavy grey clouds ready to burst any minute. At least I had some good company! Ate Laden, my (sometimes only) friend from my early childhood here in the Philippines and of course Joshua and me, we had a good time together. We played cards, had some talks and challenged ourselves by eating „Berty Botts Every Flavour Beans“ (you know, the ones from Harry Potter, which have EVERY flavour, from cherry to booger and even vomit. Yeah, it was gross! It was fun as well. But mostly gross!)

All the rain could not stop us from visiting family and friends though. We even had a motorcycle to cruise around the town! Unfortunately our stay lasted for only two days and we had to head back to San Mateo. I was so happy to see or rather meet old friends and acquaintances! Since I used to go to Polillo, when I was a little kid, I just can’t remember all of those names and relations. SORRY! But it’s always a heartwarming experience, especially when they keep telling me about old stories from older days.

 

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Philippinen

Von der Prüfung Teil 2, Nachtschwärmern und Nachtschwärmereien

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Und jetzt heißt es lange warten! Und nicht dabei einschlafen

Pünktlich zur Mittagspause war ich um 12 Uhr zurück am Prüfungsort und wartete gespannt darauf, was meine B2 Schüler mir alles zu erzählen hatten. Der schriftliche Teil war geschafft, anscheinend war wohl der Hörverstehen Teil besonders schwer: „Die Frau hat so undeutlich gesprochen, wie bei der Hörverstehensübung von letzter Woche!“ – Ah, die mit dem sächsischen Dialekt. Wie fies! Nach der Mittagspause ging es weiter mit der mündlichen Prüfung!

Weil wir am Morgen schon um 4 Uhr losgefahren sind, um den bewegungslosen Stau zu umgehen (wir waren innerhalb einer Stunde in Makati, die Stadt in der die Prüfung stattfand. Aber wären wir später losgefahren, hätte das auch drei Stunden dauern können. Die Infrastruktur hier ist leider komplett Käse!), fielen die Schüler in ein erschöpftes Mittagstief. Die Aufregung hielt sie zwar noch wach, aber machte sie auch ganz wuschig im Kopf! Dass der Prozess der mündlichen Prüfung sich dabei total in die Länge zog, half überhaupt nicht! Diejenigen die schon dran waren, erzählten den Anderen Schauergeschichten über schwer zu beschreibende Bilder, unverständliche Fragestellungen und ungenügende Vorbereitungszeit. Immerhin wurden sie immer zu zweit geprüft und konnten sich gegenseitig ein wenig Halt geben. Nachdem nach sechseinhalb Stunden (!) endlich auch der letzte Prüfling entlassen wurde, fiel allen ein großer Stein vom Herzen. Wir feierten alle zusammen mit einem Gaumenschmaus bei Jollibee und machten einen Mondspaziergang durch die geschäftige Stadt Makatis.

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Ziel waren die dancing lights, die tanzenden Lichter, in Ayala Land. Weihnachten schaltet hier noch einmal so richtig den Turbogang ein! Trotz der Dunkelheit und den manchmal etwas berüchtigt aussehenden Leuten, fühlte ich mich sehr sicher, die gestrige Gruppe besteht schließlich, abgesehen von vier wackeren Mädels, fast nur aus Männern. Ein bisschen groggy vom langen Tag kicherten wir durch die Straßen, quatschten über die Zukunft in Deutschland (alle mussten mir versprechen, dass sie spätestens rechtzeitig zur Fußballweltmeisterschaft in Deutschland ankommen) und machten viele Bilder!

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Prüfungsnervenkitzel und komische Feiertage

Jeder Blick in meinen Kalender lässt mich wundern, dass ich nur noch etwas mehr als einen Monat hier auf den Philippinen habe. Dass die Zeit nicht gerade aufhört zu laufen,

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Das Gebäude, in dem die gefürchtete B2 Prüfung stattfinden soll, mitten in der Business Stadt Makati

sondern eher noch losrennt (ohne mich) kenne ich ja schon aus meiner Zeit in Tansania. Während meine B2 Schüler gerade in diesem Moment die ÖSD (Österreich Schweiz Deutschland) Prüfung in Makati (bei Manila) schreiben bestehen, sitze ich im nächsten Coffee Shop und nutze die ruhigen Minuten und das freie WLAN für diesen Blogpost. Ich kann den Schülern zwar nicht helfen und nichts vorsagen, ich darf ja schließlich nicht einmal mit in den Prüfungsraum, aber ich bin trotzdem als seelische Unterstützung mitgekommen. Der Druck und die Nervosität dreht fast allen nämlich ziemlich den Magen um, obwohl sie es eigentlich super drauf haben. Haltet die Daumen gedrückt für gute bis mega geile Ergebnisse! Einfach knapp bestanden reicht den meisten aber wahrscheinlich auch schon.

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15 Schüler, bereit und gewappnet!

Die Wochen zuvor wurde viel gelesen, geschrieben, Hörtexten zugehört (teilweise mit starkem sächsischen Dialekt – auch ich hab das nicht verstehen können!) und immerhin einmal Honig im Kopf geguckt, für die kleine Abwechslung zwischendurch. Gewappnet vor allen Fallen und Tricks ist man in der deutschen Sprache aber nie so ganz. Die Schüler schlagen sich trotzdem durch jeden noch so schwierigen Text und nehmen jede Herausforderung widerstandslos an. Zwischen dem vielen stundenlangen konzentrierten Lernen, haben sie (und damit auch ich) trotzdem genug Zeit außerhalb des Klassenraumes. Wie ich gelernt habe, gibt es hier in den Philippinen genug Feiertage oder andere Umstände, die die Schüler vom Unterricht befreien.

Manchmal geht es auch mit buntem Papier und Wachsmalstiften an den Stoff! Hier erarbeiten die Gruppen einen Schüleraustausch zwischen Deutschland und den Philippinen

Am 01. November feiert man hier den All Saints Day, an dem man seinen verstorbenen Familienmitgliedern gedenkt. Es hat Tradition, dass man die ganze Nacht auf dem Friedhof bleibt, vom Abend bis zum Morgengrauen. Meine Schüler behaupten, dass es ein riesiger Spaß sei, weil sie viel essen und spielen und Karaoke singen. Aber für mich klingt das nur wie ein Halloween für Hartgesottene.

Heute und die nächsten Tage, vom 13. bis zum 17. November, ist ebenfalls Unterrichtsausfall, wie der philippinische Präsident Duterte es vor einigen Tagen angeordnet hat. Das verdanken wir dem ASEAN Summit, dem 31. Gipfeltreffen der Politiker aus vielen asiatischen Ländern, unter anderem Kambodscha, Malaysia, Indonesien und eben auch die Philippinen, die dieses Jahr die Gastgeber sind. Dabei geht es insbesondere um die Internationale Zusammenarbeit der elf teilnehmenden Ländern.

Abgesehen von Feiertagen und vom Präsidenten angesetzten freien Tagen, gibt es auch Unterrichtsausfall wegen Streiks des öffentlichen Verkehrs, Taifun- und sogar Terrorwarnungen. Man kann nicht behaupten, dass das Leben hier nicht turbulent ist. Trotz allem fühle ich mich dennoch sehr sicher hier! Der Taifun stellte sich übrigens als nieseliger Regen mit ein bisschen Wind und anschließendem strahlendem Sonnenschein heraus (siehe Beitragsbild ganz oben). Wow, so viel dazu.

Natürlich habe ich während der freien Tage nicht zu Hause gehockt und Däumchen gedreht. Ich hatte die Chance meine Familie in der Provinz zu besuchen und ein paar Sandkastenbekanntschaften wiederzusehen. Davon berichte ich im nächsten Blog 🙋🏻

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