Mein Projekt, Tansania

„Schon-100-Tage-Hier“ Special

Heute bin ich genau 100 Tage in Tansania. Und jeder Tag war eine kleine Überraschung.

Erlebnisse aus dem Alltag
Nach drei Monaten tansanischen Lebens glauben Alwina und ich eine gewisse Routine gefunden zu haben. Wir können fast immer auf Swahili antworten, haben endlich einen richtig guten Schneider gefunden (Blogpost folgt), haben für den Preisvergleich die Supermärkte sowie Marktstände ausgekundschaftet und sind zu Hause immer mit Kerzen ausgestattet, kein Stromausfall kann uns überraschen.

Begrüßungen
Wenn du jemanden fragen möchtest, wie es ihm geht, dann hast du eine Auswahl von sieben (wahrscheinlich noch mehr) Möglichkeiten. Zur Erklärung: die Begrüßung hier ist kein Hallo oder Guten Tag, sondern eigentlich immer nur ein Wie geht’s dir? Wie läufts Zuhause/ in der Schule etc. Wie war dein Tag?.  Ältere Leute grüßt du mit Shikamoo, mehrere Leute grüßt du mit Hamjambo, aber am einfachsten ist es Mambo zu rufen. Wir sind immer mit ein paar Antworten auf den Lippen gewappnet. Manchmal schauen wir aber ganz verdutzt, wenn jemand doch mit einer neuen Frage kommt.

Einkaufen
Zum Einkaufen gibt es den lokalen Markt, eine gemütliche kleine Ansammlung von Marktständen, die eigentlich alle das Gleiche verkaufen und trotzdem stöbert man sich jedes Mal durch. Hier gibt es frisches Gemüse und Obst, manchmal auch Fisch, aber immer liebe hilfsbereite Frauen, die sich freuen, wenn man sich ausgerechnet ihren Stand zum Einkaufen ausgeguckt hat.
Ansonsten gibt es überall in Usa River kleine einzelne Marktstände. Wenn wir mal schnell ein paar Tomaten oder Orangen brauchen, müssen wir nur zwei Minuten die Straße runtergehen, dort ist von unserem Zuhause aus der nächste Stand. Das ist unglaublich bequem und auch noch günstig!

Ein typischer kleiner Obst- und Gemüsestand in nächster Nachbarschaft 🍉🍌🍍

Der Supermarkt ist auch zu Fuß zu erreichen, aber natürlich nicht mehr so günstig wie der Markt. Wir haben zwischen zwei nahegelegenen Supermärkten Preise verglichen und wissen, in welchem Markt wir unseren Kakaopulver und in welchem wir unsere Butter kaufen. #sparfüchse
In unserer Nachbarschaft haben wir mindestens vier kleine Kiosks, die zwar wirklich klein aussehen, aber trotzdem ALLES haben! Von Getränken und Süßigkeiten, über falsche Haare, Schuhe und Thermoskannen ist hier alles dabei.

„Mzunguuuu!“

Meistens stammt dieser Ruf von Kindern, die überflüssiger mit dem Finger auf Alwina und mich zeigen. Mzungu heißt nämlich „Weiße“ und uns ist ziemlich klar, wer damit gemeint ist. Unsere Kollegen in der Schule behaupten zwar, dass diese Benennung eine Ehre für uns sein soll, aber wir fühlen uns trotzdem etwas beleidigt, wenn wir mal wieder nach der Farbe unserer Haut gerufen werden. Wir sind außerdem gar nicht mehr soo weiß!

Schüler und Schülerinnen der Voice

Wir haben unsere Schützlinge jetzt richtig lieb gewonnen. Nach einigen Ereignissen die ich in den letzten Monaten erfahren habe, bin ich für mich zu dem Entschluss gekommen, den Schwerpunkt meiner Freiwilligenarbeit nicht auf den Unterricht zu legen – das ist mir viel zu unpersönlich. Weil die Lehrer selber eher eine distanzierte Beziehung zu den Schülern haben, waren Alwina und ich zuerst verunsichert, wie es für die Schulleitung aussieht, wenn wir mit den Schülern quatschen und lachen und das offensichtlich nicht über Schulthemen. Aber ich will die Schüler einfach viel mehr kennenlernen. Es sind nämlich alles tolle Schmusebacken! Und strenge Lehrer gibt es hier eh schon genug!

Weil es viel mehr Spaß macht rumzualbern! 👯

Caroline – die erste Schülerin und Freundin, die wir an der Voice überhaupt kennengelernt haben 😘

Die Mädels aus Form I! Ich hab sie echt lieb ✨

Wie cool sie sein können – auch bei der Gartenarbeit 😎 die Jungs aus Form I

Freizeitaktivitäten
Der erste Monat August flog nur so vorbei. Alwina und ich hatten keine Zeit uns zu langweilen, es gab viel Neues zu sehen und wenn wir nicht unterwegs waren, waren wir einfach nur erschöpft und froh über jede ruhige Minute. Inzwischen merken wir, was wir alles in Deutschland gelassen haben: unseren Terminplaner. Jetzt gibt es keine Gemeinde mit Jugend, keine spontanen Treffen mit Freunden, keine wöchentlichen Hobbies oder Pfadiwochenenden – das müssen wir uns erstmal wieder suchen. Seit einer Weile gehen wir zwei Mal die Woche zu einem Aerobic Kurs in unserer Nähe und das bringt so viel Spaß! Auf der Suche nach einer Jugendgruppe sind wir auch, zur Not gründen wir selber eine, denn das fehlt uns beiden sehr. Und wer weiß, vielleicht haben die Schüler nächstes Jahr Lust auf eine kleine Theater-AG? Hier gibt es eine ganze Menge zu reißen, man braucht nur ein paar Ideen und die richtigen Leute!

100 Tage – die gingen rasend schnell vorbei! Und das nächste Jahr fühlt sich schon richtig nah an. In zwei Wochen geht es aber erstmal in die Sommerferien, bevor im Januar das neue Schuljahr startet. Da warten dann endlich mehr Unterrichtsstunden auf mich.

„Es heißt die Sorgen bleiben dir immer fern – HAKUNA MATATA“

PS: Gott war unglaublich großzügig und hat mir bis jetzt viel mehr geschenkt, als ich vorher zu träumen gewagt habe. Danke! Meine ersten drei Monate hier waren unvergesslich. Danke auch für Alwina, die unperfekt perfekt ist! 💕

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